Monatsarchiv: März 2013

Erinnerungen

Als ich am letzten Wochenende an der berühmten Fantasy-Leseinsel der Leipziger Buchmesse stand und einer tollen Lesung lauschte, kam ich ein wenig ins Überlegen.
Wie viel hat sich doch seit meiner Kindheit bezüglich meiner Wahrnehmung von Autoren geändert. Als ich anfing zu lesen, war mir egal wer Bücher verfasste. Später nahm ich die Namen zwar wahr, die da auf dem Buchdeckel über dem Titel standen, aber sie interessierten mich nicht.
Das kam viel später. Doch auch dann blieben diese Namen etwas Vages. Sicher verband ich mit gewissen Autorennamen irgendwann ein gewisses Leseerlebnis, aber wer wirklich dahinter steckte, blieb unklar. Dieser Sprung kam eigentlich erst nach dem Fall der Mauer, als da nicht mehr nur zwei Sätze zum Autor standen, sondern manchmal eine halbe Buchseite. Und, man mag es kaum glauben, zuweilen gab es sogar ein Foto des Autors.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wann ich das erste Mal ein Buch in der Hand hielt, in dem der Autor im Nachwort explizit um Rückmeldungen bat und sogar seine Mailadresse angab. Dass ein Autor von sich aus eine solche Verbindung zu seinen Lesern sucht, war mir bis dahin noch nicht untergekommen. Ich habe diese Verbindung natürlich genutzt (Danke @ Alexander Wichert). Und ich habe damals festgestellt, dass ein Autor kein übernatürliches Wesen ist, das fernab der Realität Bücher schreibt, aber für den Leser ansonsten unerreichbar bleibt. Autoren wünschen sich meist sogar Feedback und sind mehr oder weniger dankbar, wenn man als Leser Gutes und Schlechtes benennt.

Heute ist diese Kluft zwischen Autor und Leser viel kleiner geworden. In sozialen Netzwerken trifft man die Vertretungen diverser Autoren, kann mit ihnen kommunizieren. Auf Buchmessen oder Lesungen kann man Autoren treffen und mit Vielen ins Gespräch kommen.

Ihr Leser: Nutzt diese Chance! Redet mit den Menschen, die euch spannende oder unterhaltsame Stunden mit ihren Büchern geschenkt haben. Sagt ihnen, was euch gefallen hat und was nicht.

Aber zurück zum Anfang. Zur Lesung auf der Buchmesse. Es war eine Lesung von Tom Finn zu seinem neuesten Buch „Der Silberne Traum„, das Prequel zu den „Chroniken der Nebelkriege“. Um es kurz zu machen. Mir hat bereits die Nebelchroniken-Trilogie sehr gefallen und nun auch dieses Buch. Ich muss aber zugeben, dass ich hier nicht besonders objektiv urteilen kann. 😉
Denn was ich oben erzählte, gilt im Besonderen auch für Tom Finn. Als ich anfing DSA zu spielen, gab es ein paar Namen, über die ich immer wieder stolperte, wie z.B. Hadmar von Wieser, Karl-Heinz Witzko oder eben Tom Finn. Irgendwann vor etlichen Jahren hat auch Tom via Mail Feedback für eines seiner Bücher von mir bekommen. Und daraus hat sich eine lange Bekanntschaft entwickelt, über die ich sehr froh bin.
Und wenn ich dann heutzutage bei einer seiner (immer großartigen) Lesungen bin und mich erinnere, wie sich mein Verhältnis zu Autoren im Laufe meines Lebens gewandelt hat, dann bin ich einfach froh darüber.
Ich wünsche Tom für seinen „Silbernen Traum“ viel Erfolg. Lest es. Gebt ihm Feedback. Mir zuliebe. 😉

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Leipziger Buchmesse 2013

Wenn man nur 1h Fahrtzeit von Deutschlands zweitgrößter Buchmesse entfernt wohnt, dann ist es für einen Autor nahezu Pflicht, dorthin zu fahren.

Also ging es auch dieses Jahr für mich wieder nach Leipzig. Diesmal gleich für 2 Tage. Während ich sonst aus Zeitgründen meist nur Samstags dort war, bin ich dieses Mal schon Freitag zur Messe gefahren. Das war auch gut so, denn im Gegensatz zum Samstag hat man am Messefreitag die Möglichkeit mit Leuten ins Gespräch zu kommen, Lesungen zu verfolgen und sich ausführlich an dem einen oder anderen Messestand zu informieren. Diese Chance hat man Samstags kaum. Da ist es einfach nur laut und voll.
(So negativ das klingt und so nervig es manchmal ist, wenn man mit einer gefühlten Geschwindigkeit von 10m/min durch die Hallen schleicht – es zeigt gleichzeitig auch, wie viele Menschen sich für Bücher interessieren. Und das ist großartig!)
Was macht man als Autor auf so einer Messe? Man netzwerkt, wie es neudeutsch heisst. Man trifft Kollegen (wie z.B. Mike Krzywik-Groß und Stefan Schweikert.), Verlage, Agenten, Menschen, die man sonst nur von Facebook & Co. kennt. Man redet über alles und nichts, über Pläne und Möglichkeiten, Chancen und Eventualitäten.
Was bringt einem als Autor der Messebesuch? Meist wenig Konkretes. Man legt aber manchmal den Grundstein für Künftiges. Ausserdem bringt es einem eine Menge Ideen und Inspiration.
Nächstes Jahr wieder? Sicher. Aber dann wohl nicht mehr am übervollen Samstag.

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