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Ist das noch Punkrock?

Manchmal habe ich das Gefühl ich gehöre nicht dazu.
Warum?
Weil ich mit diversen Serien, Büchern und Autoren, die (ganz subjektiv) in der Phantastik als Standard gelten so gar nicht warm werde. Ob Doctor Who, Star Wars, das Ding mit dem Eisernen Thron, Neil Gaiman oder Ursula Le Guin … ich kann damit nicht viel anfangen. Im besten Falle schaue ich es mir an, aber es spricht mich kaum an, wenig bleibt hängen. Im schlechteren Falle kann ich nicht mal zuende lesen/schauen.
Was Geschichten angeht, bin ich anders sozialisiert. Mag an meiner Herkunft liegen. In meiner Jugend gab es z.B. nur eine nennenswerte Comicserie (Mosaik) und darin gab es keine Superhelden. Bücher hingegen gab es viele, weniger im Bereich Fantasy, dafür mehr im Bereich Science-Fiction, oder wie es früher hiess „utopische“ oder „wissenschaftlich-phantastische“ Literatur. Die Bücher waren nicht immer leicht zu bekommen, aber sie waren billig und so las ich Asimov und Lem, Tuschel und Szameit, die Steinmüllers und Frühauf und noch einige mehr, die heute kaum noch bekannt sind.
Ich habe eine andere Basis als viele meiner Autorenkollegen, das merke ich immer wieder. Mal verunsichert es mich, weil ich (wie oben erwähnt) das Gefühl habe nicht dazuzugehören. Mal stärkt es mich aber auch, weil ich Dinge von einem anderen Standpunkt betrachten kann.
Darüber bin ich froh.
Auch wenn ich vielleicht nicht ganz dazugehöre.

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On writing

In den letzten Monaten gab es einigen Anlass zum Nachdenken. Vieles davon hatte mit meiner Tätigkeit als Autor zu tun – so ist z.B. mein 5. Roman letzten Dezember erschienen und ich durfte Teil der Seraph-Jury sein.

Dinge an die ich vor 10 Jahren, als ich mit dem Schreiben anfing nie gedacht hätte. Nein, 10 Jahre sind zu kurz gegriffen.

Vor gut 10 Jahren erschien zwar mein erster Roman, doch der Beginn des Schreibens liegt weiter zurück. Es mag gut 30 Jahre her sein, als ich das erste Mal bewusst angefangen habe, mir Geschichten nicht nur auszudenken, sondern sie auch niederzuschreiben. Am Anfang war es ein kleines Notizheft, in das ich ohne Plan den Beginn eines Romans mit Bleistift schrieb. Das Problem war nur, dass ich mir nur Gedanken über das erste Kapitel gemacht hatte. Das zweite Kapitel bekam noch eine Überschrift und ein oder zwei Sätze, dann trat das Projekt eine lange, noch immer anhaltende Ruhepause an.

So ähnlich ging es den nächsten Projekten. Die Ideen aus dem Kopf zu Papier zu bringen, war keine Selbstverständlichkeit. Es dauerte Jahre, zum einen bis mir bewusst wurde, dass ich schreiben will, zum anderen, bis ich es schaffte aus einer Idee eine fertige, lesbare Geschichte zu machen. Kurzgeschichten waren der Weg, dann Episodengeschichten für ein Rollenspiel. Bis irgendwann eine dieser Geschichten zu wenig kurz war um noch als Kurzgeschichte zu gelten.

Die Aufregung, zum ersten Mal ein Buch in den Händen zu halten, welches man selbst geschrieben hat und auf welchem der eigene Name steht, ist kaum zu beschreiben. Entsprechend wollte ich mehr. Und bekam mehr. Inzwischen sind 5 Romane veröffentlicht, dazu eine Novelle und etliche Kurzgeschichten. Einiges davon preisgekrönt (zumeist als Teil eines Gruppenpreises, aber auch als Einzelwerk).

Ich habe in diesen Jahren viel übers Schreiben gelernt. Aus Büchern, von hilfsbereiten Kollegen, aber vor allem weil ich selbst geschrieben, Fehler gemacht und hoffentlich daraus gelernt habe.
Eine der Sachen die ich lernen musste, und mit der ich anfangs nicht gerechnet hatte, war das Ganze drumherum. Ein Buch will präsentiert werden, man muss es vorstellen können, daraus lesen, mit Leuten darüber diskutieren. Kameras & Fotoapparate werden einem ins Gesicht gehalten, Bücher sollen signiert werden.
Öffentlichkeitsarbeit ist etwas, was nicht jedem liegt und auch ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten damit. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt und bin für diese Herausforderung auch dankbar, weil ich daran gewachsen bin.

Doch zurück zum Schreiben. Warum mache ich das eigentlich? Schreiben ist ein einsamer und anstregender Prozess. Er kostet Zeit, die oft an anderen Enden fehlt, er kostet Nerven und, wenn man das Präsentieren, Reisen & Netzwerken dazurechnen möchte, auch Geld.

Eine gute Antwort auf die Frage habe ich noch immer nicht für mich gefunden. Hauptgrund ist, wie wohl bei vielen Kollegen, dass da ständig Ideen und Geschichten im Kopf herumschwirren, die man kaum loswird. Es sei denn man setzt sich hin und bringt die eine oder andere zu Papier.

Bei einer Kurzgeschichte geht das schnell, wenn die Idee da ist, dauert das Niederschreiben kaum mehr als 2 oder 3 Tage.
Bei einem Roman entwickelt sich das Schreiben zu einem echten Zeitfresser. Meinen ersten Roman habe ich in ca. 6 Wochen geschrieben. Das lag an einer extrem engen Zeitvorgabe des Verlages und war nur möglich, weil ein Teil des Buches (auf Verdacht) schon vorgeschrieben war.
Für mein letztes Buch hatte ich 6 Monate Zeit und das war, neben Familie und Beruf, eine durchaus enge Sache. Zudem wird irgendwann im Laufe der Monate aus dem „Yeah ich darf ein Buch schreiben“ ein „Uh, ich muss das Buch noch fertig schreiben“.

Deshalb bin ich auch froh, erst einmal kein neues Projekt auf dem Plan zu haben. Keine Deadline drückt, kein Verlag der drängelt.
Das befreit ungemein, aber ich merke auch die Nachteile. Die Ideen tummeln sich in meinem Kopf und wollen raus.
Momentan bin ich auf der Suche nach einer guten Balance. Ich hoffe ich finde eine.

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Messeblues, der …

… Substantiv, maskulin….

… befällt Autoren regelmäßig nach einer Buchmesse, einem Con, o.Ä. …

… beschreibt das Gefühl einer gewissen Traurigkeit, des Vermissens von Freunden und Kollegen und eines gewissen Durcheinanders im Kopf …

Auch mich hat es dieses Jahr getroffen. Die #LBM2019 ist vorbei, die Bücher stehen wieder im Schrank, das Arbeitsleben hat einen wieder.
Dabei hat man noch vor wenigen Tagen mit Freunden & Autorenkollegen zusammengesessen, über das Schreiben philosophiert, Ideen durchdacht, vor etlichen Zuhörern gelesen, signiert, das schöne Leipzig durchwandert …
Dieser Cut zwischen dem Autorenleben während einer Messe und dem Alltag ist zuweilen schwierig. Man ist tatsächlich in einer anderen Welt, umgeben von Gleichgesinnten und Büchern.
Deshalb ein kurzer Rückblick auf die #LBM2019. Vielleicht hilft es, den Messeblues zu lindern.
Da ich erst am Freitag nach Leipzig gereist bin, habe ich die Seraphverleihung leider verpasst. Trotzdem meinen Glückwunsch an die Gewinner.
Freitag gab es nur eine kurze Stipvisite auf Messe, Freunde & Kollegen wurden umarmt, Neuigkeiten ausgetauscht. Abends dann eine eher zufällig ausgesuchte Lesung – Dunkle Ziffern.
Es war ein sehr bewegender Abend, das Buch sei jedem anempfohlen.
Samstag war dann spontan Buchmessepause, aber Sonntag ging es dann wieder aufs Messegelände. Meine Lesung war gut besucht, sogar ein paar gewandete Steampunker waren da. Hinterher gab es einige Gespräche mit Zuhörern, etliche Bücher wollten signiert werden. Noch ein kurzer Abstecher in die Welt der Mangas und Cosplayer und dann war die Messe vorbei.
Soweit ganz gut, weil damit auch der Lärm, der Stress und die Menschenmassen (wobei ich es jedes Jahr großartig finde, wie viele Menschen sich offenbar noch immer für das geschriebene Wort interessieren) weg sind. Gleichzeitig unglaublich schade, weil auch die ganzen netten Menschen, die man nur 1 oder 2x im Jahr sieht, plötzlich wieder weg sind.
Messeblues eben.

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Nach dem Seraph …

… geht es weiter.

Heute habe ich meine Vorschläge für den #Seraph2019 abgeschickt. Damit gehen einige sehr leseintensive Wochen zuende. Elf Bücher waren zu lesen, Favoriten galt es zu finden. Das war anfangs schwierig, weil ich gleich jene Bücher erwischt habe, die mich sofort begeisterten. Im Laufe der Zeit stachen dann aber doch ein paar Bücher heraus. Welches Buch den Seraph2019 bekommt, weiss ich natürlich auch nicht, aber ich bin dankbar, Teil der Jury gewesen zu sein. Es hat Spaß gemacht sich auch in Themen der Phantastik zu begeben, die ich sonst nicht lese.

Und nun? Wie geht es weiter?
Erst einmal steht die Leipziger Buchmesse auf dem Programm. Ich werde am 24.3. auf der Fantasy-Leseinsel aus meinem aktuellen Roman vorlesen. Vielen Dank an PAN für diese Gelegenheit.

Ansonsten macht das Schreiben erst einmal Pause. Meine Kamera schreit nach Aufmerksamkeit, der Lesestapel ist im vergangenen Jahr auf ständig größer geworden. Und zwischendurch, falls ich Zeit und Lust habe, werde ich sicher auch mal etwas schreiben. Aber das hat gerade keine Priorität.

 

 

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Wie wird man eigentlich erwachsen?

Die Frage stellt sich mir mit der Zeit immer mehr.
Als Kind ist mir die Bedeutung von „erwachsen sein“ zwar nicht komplett bewusst gewesen, aber es war klar, dass man dies einmal wird. Wenn man groß ist, also so ca. mit 20.
Natürlich verschob sich diese Grenze mit der Zeit. Auf 30, dann 40, inzwischen bin ich deutlich über 40 und frage mich noch immer wann dieses Erwachsensein kommt.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass zumindest in meinem Umfeld viele Menschen dieses „Erwachsensein“-Ding als eine Art notwendiges Spiel betreiben. Mit mehr oder weniger Lust und Erfolg. Aber ich kenne kaum jemanden, der so richtig erwachsen ist, trotz Kindern, Haustieren und eigenen vier Wänden.
Da wird gespielt, Dummheiten gemacht, viel gelacht, gelacht bis die Tränen kommen.
Bei mir ist das ebenso. Ich habe nicht das Gefühl erwachsen zu sein. Noch immer steht Rollenspiel mit meinen Freunden regelmäßig im Kalender, noch immer sind Computerspiele ein gültiger Zeitvertreib und exzessives fernsehen bzw. Musik hören sind auch nicht zu verachten.
Wann also kommt das Erwachsensein? Oder ist man es schon wenn man regelmässig ins Büro marschiert? Wann ist man mehrheitlich vernünftig? Wenn man eine Übersicht über seine materiellen Werte hat?
Wann hört der Spaß auf?

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Ein phantastisches Wochenende im Oktober

Ein langes Wochenende neigt sich dem Ende.

Dank PAN hatte ich die Möglichkeit mir die Frankfurter Buchmesse nach einigen Jahren Pause wieder einmal anzuschauen.
Im Vergleich zu meiner „Hausmesse“ Leipzig kommt Frankfurt natürlich kaum mit. Man merkt deutlich, dass die FBM nicht für das Publikum da ist. Fachbesucher sind die Zielgruppe und das macht die Messe deutlich uninteressanter für den normalen Leser.
Dafür kann man in Frankfurt tendenziell mehr „Promis“ über den Weg laufen. Ich habe mich zumindest sehr gefreut ein paar Worte mit Jussi Adler-Olsen gewechselt zu haben. Zudem kam man kaum umhin mindestens einmal für den GröVaZ (Martin Sonneborn von „Die Partei“) zu stolpern.

Nach dem Freitag voller Menschen war mir der Samstag auf dem Bucon im benachbarten Dreieich äusserst willkommen. Hier trifft sich jedes Jahr die Phantastikszene. Man besucht Lesungen, trifft Kollegen und Freunde, fühlt sich zuhause.
Meine Highlights in diesem Jahr waren die Lesungen von T.S.Orgel zu ihrem kommenden Roman „Terra“ und Andreas Eschbach zu seinem aktuellen Roman „NSA“.
Ansonsten habe ich mich wie immer über die Gespräche mit Tom Finn, Stefan Schweikert, Marco Findeisen und Henning Mützlitz gefreut. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.

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Quo Vadis

In meinem letzten Blogbeitrag ging es um die Zweifel die ich als Autor habe ein nächstes Projekt anzugehen.
Aufwand und Nutzen scheinen nicht immer in Waage zu sein. Doch natürlich hat man als Autor nicht wirklich eine Wahl.
Seit ich mein letztes Projekt abgegeben habe und nun wieder lese, sehe, Medien konsumiere, stapeln sich die Ideen in meinem Kopf. Man liest ein Buch, schaut einen Film, hört Nachrichten und ständig läuft das Kopfkino weiter.
Doch wohin?

Gerade verfolge ich eine der vielen Autorendiskussionen auf Twitter. Dieses mal diskutieren Tom Orgel, Henning Mützlitz, Judith Vogt u.a. über die wenigen Besucher von Lesungen, über den geringen Werbeetat von Phantastik und die geringe Anerkennung die man als Autor auf diesen Gebieten erfährt. Ausser natürlich in der eigenen Filterblase.
Da überlegt man sich als Autor schon, in welches Projekt man seine knappe Zeit steckt. In etwas was Spaß macht, aber keinen Verlag und damit auch keine Leser findet? Oder folgt man der Vernunft und schreibt etwas von dem man hofft, dass andere (insbesondere Verlage) das zufällig gut finden wenn man mit dem Text fertig ist. Es scheint ein Glücksspiel zu sein.

Oder ist man als Autor dazu verdammt sich zum PR-Profi zu entwickeln, der nebenbei Bücher schreibt? Muss ich als Autor mich regelmäßig bei Youtube äußern oder einen Podcast rausbringen? Oder reicht es alle zwei Tage bei Facebook über das Wetter und bei Instagram über mein Essen zu berichten?

Was denkt ihr, werte Leser? Was wollt ihr lesen? Wie wollt ihr dass Autoren sich präsentieren?

PS: Da ich die Kommentarfunktion des Blogs geschlossen habe, kommentiert bitte bei FB.

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