Monatsarchiv: April 2019

Ist das noch Punkrock?

Manchmal habe ich das Gefühl ich gehöre nicht dazu.
Warum?
Weil ich mit diversen Serien, Büchern und Autoren, die (ganz subjektiv) in der Phantastik als Standard gelten so gar nicht warm werde. Ob Doctor Who, Star Wars, das Ding mit dem Eisernen Thron, Neil Gaiman oder Ursula Le Guin … ich kann damit nicht viel anfangen. Im besten Falle schaue ich es mir an, aber es spricht mich kaum an, wenig bleibt hängen. Im schlechteren Falle kann ich nicht mal zuende lesen/schauen.
Was Geschichten angeht, bin ich anders sozialisiert. Mag an meiner Herkunft liegen. In meiner Jugend gab es z.B. nur eine nennenswerte Comicserie (Mosaik) und darin gab es keine Superhelden. Bücher hingegen gab es viele, weniger im Bereich Fantasy, dafür mehr im Bereich Science-Fiction, oder wie es früher hiess „utopische“ oder „wissenschaftlich-phantastische“ Literatur. Die Bücher waren nicht immer leicht zu bekommen, aber sie waren billig und so las ich Asimov und Lem, Tuschel und Szameit, die Steinmüllers und Frühauf und noch einige mehr, die heute kaum noch bekannt sind.
Ich habe eine andere Basis als viele meiner Autorenkollegen, das merke ich immer wieder. Mal verunsichert es mich, weil ich (wie oben erwähnt) das Gefühl habe nicht dazuzugehören. Mal stärkt es mich aber auch, weil ich Dinge von einem anderen Standpunkt betrachten kann.
Darüber bin ich froh.
Auch wenn ich vielleicht nicht ganz dazugehöre.

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On writing

In den letzten Monaten gab es einigen Anlass zum Nachdenken. Vieles davon hatte mit meiner Tätigkeit als Autor zu tun – so ist z.B. mein 5. Roman letzten Dezember erschienen und ich durfte Teil der Seraph-Jury sein.

Dinge an die ich vor 10 Jahren, als ich mit dem Schreiben anfing nie gedacht hätte. Nein, 10 Jahre sind zu kurz gegriffen.

Vor gut 10 Jahren erschien zwar mein erster Roman, doch der Beginn des Schreibens liegt weiter zurück. Es mag gut 30 Jahre her sein, als ich das erste Mal bewusst angefangen habe, mir Geschichten nicht nur auszudenken, sondern sie auch niederzuschreiben. Am Anfang war es ein kleines Notizheft, in das ich ohne Plan den Beginn eines Romans mit Bleistift schrieb. Das Problem war nur, dass ich mir nur Gedanken über das erste Kapitel gemacht hatte. Das zweite Kapitel bekam noch eine Überschrift und ein oder zwei Sätze, dann trat das Projekt eine lange, noch immer anhaltende Ruhepause an.

So ähnlich ging es den nächsten Projekten. Die Ideen aus dem Kopf zu Papier zu bringen, war keine Selbstverständlichkeit. Es dauerte Jahre, zum einen bis mir bewusst wurde, dass ich schreiben will, zum anderen, bis ich es schaffte aus einer Idee eine fertige, lesbare Geschichte zu machen. Kurzgeschichten waren der Weg, dann Episodengeschichten für ein Rollenspiel. Bis irgendwann eine dieser Geschichten zu wenig kurz war um noch als Kurzgeschichte zu gelten.

Die Aufregung, zum ersten Mal ein Buch in den Händen zu halten, welches man selbst geschrieben hat und auf welchem der eigene Name steht, ist kaum zu beschreiben. Entsprechend wollte ich mehr. Und bekam mehr. Inzwischen sind 5 Romane veröffentlicht, dazu eine Novelle und etliche Kurzgeschichten. Einiges davon preisgekrönt (zumeist als Teil eines Gruppenpreises, aber auch als Einzelwerk).

Ich habe in diesen Jahren viel übers Schreiben gelernt. Aus Büchern, von hilfsbereiten Kollegen, aber vor allem weil ich selbst geschrieben, Fehler gemacht und hoffentlich daraus gelernt habe.
Eine der Sachen die ich lernen musste, und mit der ich anfangs nicht gerechnet hatte, war das Ganze drumherum. Ein Buch will präsentiert werden, man muss es vorstellen können, daraus lesen, mit Leuten darüber diskutieren. Kameras & Fotoapparate werden einem ins Gesicht gehalten, Bücher sollen signiert werden.
Öffentlichkeitsarbeit ist etwas, was nicht jedem liegt und auch ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten damit. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt und bin für diese Herausforderung auch dankbar, weil ich daran gewachsen bin.

Doch zurück zum Schreiben. Warum mache ich das eigentlich? Schreiben ist ein einsamer und anstregender Prozess. Er kostet Zeit, die oft an anderen Enden fehlt, er kostet Nerven und, wenn man das Präsentieren, Reisen & Netzwerken dazurechnen möchte, auch Geld.

Eine gute Antwort auf die Frage habe ich noch immer nicht für mich gefunden. Hauptgrund ist, wie wohl bei vielen Kollegen, dass da ständig Ideen und Geschichten im Kopf herumschwirren, die man kaum loswird. Es sei denn man setzt sich hin und bringt die eine oder andere zu Papier.

Bei einer Kurzgeschichte geht das schnell, wenn die Idee da ist, dauert das Niederschreiben kaum mehr als 2 oder 3 Tage.
Bei einem Roman entwickelt sich das Schreiben zu einem echten Zeitfresser. Meinen ersten Roman habe ich in ca. 6 Wochen geschrieben. Das lag an einer extrem engen Zeitvorgabe des Verlages und war nur möglich, weil ein Teil des Buches (auf Verdacht) schon vorgeschrieben war.
Für mein letztes Buch hatte ich 6 Monate Zeit und das war, neben Familie und Beruf, eine durchaus enge Sache. Zudem wird irgendwann im Laufe der Monate aus dem „Yeah ich darf ein Buch schreiben“ ein „Uh, ich muss das Buch noch fertig schreiben“.

Deshalb bin ich auch froh, erst einmal kein neues Projekt auf dem Plan zu haben. Keine Deadline drückt, kein Verlag der drängelt.
Das befreit ungemein, aber ich merke auch die Nachteile. Die Ideen tummeln sich in meinem Kopf und wollen raus.
Momentan bin ich auf der Suche nach einer guten Balance. Ich hoffe ich finde eine.

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