Monatsarchiv: Oktober 2014

Swim, you fools

Eine uferlose Frechheit. Anders kann man es nicht nennen, was Tom Finn mit seinem aktuellen Roman „Aquarius“ da dem Leser zumutet.

Nehmen wir z.B. mich. Ein Kurzurlaub steht an. Was nimmt man zu lesen mit? Irgendein Buch vom viel zu hohen „Stapel der noch zu lesenden Bücher“.
Am Besten eines von einem Kollegen (falls Herr Finn diesen Titel denn überhaupt noch tragen darf). Eines, über das man bei einem zufälligen Treffen auf einer Messe oder einer Convention mal ein paar schlaue Worte verlieren muss, um dem „Autor“ zu zeigen, dass man es gelesen hat. Eines, das man notfalls im Urlaub zurücklassen kann.

Also „Aquarius“. Mit knapp über 400 Seiten zwar recht dick, aber im Rucksack war zufällig noch genau für ein Buch dieses Umfangs Platz. Man steigt in den Flieger, die Sicherheitsüberprüfung hatte (im Nachhinein völlig unverständlich) auch nichts gegen das Buch einzuwenden. Und so schnappt man sich dann irgendwann, widerwillig, das papierne Ding in der Hoffnung, dass die Lektüre ein wenig weniger langweilig als der Flug ohne Buch sei.

Und dann? Dann landet der Flieger und man hat fast das halbe Buch durch??? Und ist sauer, dass man schon am Zielort ist???
Was denkt der Autor sich denn? Dass man im Flieger nichts Besseres zu tun hat? Schließlich gibt es da die immer wieder großartige Sicherheitsunterweisung, die interessante Werbebroschüre der Fluggesellschaft und das spannende An und Aus des Anschnallzeichens.
Nun gut, man beherrscht sich und nimmt das Buch mit spitzen Fingern wieder mit.
Aber war das eine gute Idee? Nein. Wenn man dann im Urlaub unterwegs ist und zufällig ans Meer kommt, zuschaut wie die Wellen an den Strand schlagen, dem Rauschen des Wassers zuhört, dem Gesang der Sirenen lauscht…
Jaja, so ist das. Das Buch setzt sich fest im Kopf. Da hatte man harmlose Vorstellungen von Wassermännern, Nixen, Meerjungfrauen. Und was macht Herr Finn? Er ändert diese Vorstellungen einfach. Hatte ich darum gebeten? Wollte ich mehr über die Geschichte jener Wesen wissen? Hatte ich etwa darum gebeten, nie wieder ruhig im Meer baden gehen zu können?

Und dann noch das. Selbst wenn man es mal schafft, nicht an das Buch zu denken, dann fängt man irgendwann an eine bestimmte Melodie zu summen. Vielen Dank Hair Finn!

Irgendwann ist das Elend dann endlich vorbei. Man hat das Buch mit zittrigen Fingern weggelegt und fühlt sich frei.

Nein.
Eigentlich nicht.
Eigentlich überlegt man, wie eine Fortsetzung aussehen könnte. Oder eine Verfilmung. Oder ein Musical.
Und dann will man eigentlich nur jedem zurufen: Haltet Euch von diesem Buch fern. Und von allem was Herr Finn zu Papier gebracht hat. Es wird euch ganz furchtbar viel Unterhaltung und Spannung bieten.

In diesem Sinne: Swim, you fools.

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3 auf einen Streich …

Nachdem meine Kollegen von AKzwanzig13 und ich im letzten Jahr bereits mit Preisen verwöhnt wurden (für „Die zerbrochene Puppe“ von Judith & Christian Vogt als Bester Roman und für „Das Schwarze Auge“ als beste Romanserie), hatten wir eigentlich keine große Hoffnung, dieses Jahr wieder in die Preisränge vorzustoßen.
Doch es kam anders. Wir kamen mit „Eis & Dampf“ auf die Shortlist für die beste Kurzgeschichtensammlung und auch „Das Schwarze Auge“ war wieder auf der Liste der besten Romanserie. Als bestes Sekundärwerk kam die Zeitschrift „Geek“ auf die Liste, für die Kollege Mützlitz schreibt.
Am Ende eines langen, sehr schönen, aber auch sehr anstrengenden Tages (wir hatten gemeinsam zwei Lesungen zu „Eis & Dampf“ und zu der DSA-Geschichtensammlung „Schattenlichter“), gab es dann bei der Preisverleihung die große Überraschung für uns.

-> der Preis für die Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung:  “Eis und Dampf” (Feder & Schwert)

-> der Preis für die Beste Serie: “DSA – Das schwarze Auge” (Ulisses Spiele)

-> der Preis für das Beste Sekundärwerk: “Geek!” (Panini Comics)

Die Freude war riesig bei uns. Vielen herzlichen Dank an all jene, die bei diesem Publikumspreis für uns abgestimmt haben.

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